Weser Werft. Trümmer.

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Das war. Als Kind. In Trümmern in Sicherheit. Die Bomben sind gefallen. Wir sind gerannt durch den Hof. Die Schuppen mit dem Holz der Werkstatt brannten. Eingewickelt in nasse Decken und auf die Straßen, über denen die Bombenflieger brummten und pfiffen. Wir hörten das Knackern der  Brandbomben. Sondershausen in Thüringen. Später zogen wir zurück nach Dinslaken ins Ruhrgebiet. Unser Haus stand noch. Ein Nachbarhaus auch. Aber als Trümmer. Unser Spielplatz. Klettern die brüchigen Treppen  hinauf. Spähen durch Fensterlöcher und leere Fußböden. Balancieren über Balken. Fangen spielen. Steine schießen mit der Fletsche. Feuer zündeln und kochen in Blechbüchsen. Kartoffeln. Aus den Feldern gebuddelt und geklaut. Selbstversorgung. Mami, wir haben schon was gegessen. Bis heute regt sich meine Kamera, wenn sie Trümmer sieht. Nun eine brüchige Werft am Ufer der Weser bei Minden.  Ich steige hinein. Der Zeit hinter her. Das war es doch und ist es immer wieder.  Geschichte im Augen Blick der Gegenwart. Löcher in den Wänden. Freie Durchblicke von Außen nach Innen und wieder zurück. Ich stiefel der Kamera hinterher. Eingestürzte  Wände und Decken. Stützen und Deckenteile am Boden. Trümmerhaufen am Boden. Auch die Weserwerft sieht nun aus wie ein Kriegskind. Ein sterbender Riese. Dachplatten vor dem Bau. Hallen wie Bunkerräume. Knast und Speicher. Wände die knurrend Geschichte erzählen. Was ist hier gewesen? Was wurde hier gebaut? Wo sind die Schiffe aus dieser Werft Ruine? In welcher Welt? Da liegt ein großer Frachter noch dicht dabei. Liegen geblieben. Selbst ein Rest. Ein Stück Erinnerung. Wie von meiner Kamera wird das alte Schiff nun belebt durch neue Farbe. Lack.  Die Weserwerft ist auch ein Stück von Minden. Einer Bauwelt in Trümmern, die noch steht. Als Werk alter Zeit. Nun erhalten durch Bilder. Zu schützen als Bau und Industrie Denkmal.

Jörg Boström

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