Foto-Safari

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Text: Annette Bültmann
Fotografien: Annette Bültmann, Flickr Commons

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Der Vergleich von Fotografie und Jagd ist nicht ungewöhnlich, das zeigt sich schon im Sprachgebrauch. Auch in der Fotografie wird gerne von einem Schuss gesprochen, z.B. im täglichen Leben erfolgt so mancher “Schnappschuss”, oder, wenn sich zwei Fotografen gegenseitig “aufs Korn nehmen”, wird das als “Schuss und Gegenschuss” bezeichnet.
Natürlich hat vor allem ein langes Tele-Objektiv, wie in der Natur-Fotografie gerne verwendet, eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Gewehrlauf.

Auch Sigmund hätte seine Freude, denn er deutete die Waffe im Traum als männliches Sexualsymbol. “Für das männliche Genitale also hat der Traum eine Anzahl von symbolisch zu nennenden Darstellungen, bei denen das gemeinsame der Vergleichung meist sehr einleuchtend ist.” (Sigmund Freud: Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse – Kapitel 10)

Die Jagd, seit dem Ende der Steinzeit nicht mehr zur Ernährung notwendig, war über lange Zeit ein Männer-Ritual. Aber auch die Damenwelt konnte an dem zweifelhaften Vergnügen teilhaben, die Dekoration von Wohnräumen mit Waffensammlungen, Geweihen und ausgestopften Tierköpern zu bewundern. Einen späten Nachhall hat diese Wohnkultur noch heute in Form von Plüsch-Bettvorlegern in Zebrafell und Tigerfell Design, oder Hirschgeweihen aus Kunststoff.

Foto-Safaris ermöglichen es heute glücklicherweise, zum besten Schuss zu gelangen, ohne zu töten. Das Foto selbst wird zur eigentlichen Beute.

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