Kopfüber in Down Under

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Annette Bültmann

Fotografien: Helga Bültmann

 

Am Rande von Cairns können Passanten und Touristen einige äußerst belebt wirkende Bäume beobachten, bei näherem Hinschauen stellt sich heraus, dass es sich bei den Bewohnern nicht um Vögel handelt, sondern um spectacled flying foxes, Brillenflughunde (Pteropus conspicillatus).
Ein Schild weist zur entsprechenden Jahreszeit darauf hin, dass die Geburtensaison der Fledertiere begonnen hat, und bei eventuell vom Baum gefallenen Flughundbabys wird empfohlen, die freiwilligen Helfer der Organisationen Wildlife Care and Rescue, Tolga Bat Hospital, oder Bat Reach anzurufen.
Tagsüber schlafen die Flughunde in den Bäumen, sind dort zeitweise auch wach, um zu kommunizieren, sich zu Putzen etc., abends fliegen sie zur Nahrungssuche, sofern sie sich in ihrem natürlichen Lebensraum oder in der Nähe desselben befinden, in den tropischen Regenwald. Sie ernähren sich von Früchten und Pollen, bestäuben gleichzeitig die Pflanzen, und verteilen die Samen.


Brillenflughunde sind gefährdet durch den Verlust von Lebensräumen, und durch unwissende Betreiber von Obstplantagen, die sie als Schädlinge betrachten.
Absurderweise gibt es auch der Stadtverwaltung von Cairns Bestrebungen , die Flughunde aus der Stadt zu vertreiben. Offensichtlich gibt es erstaunlicherweise Menschen, die sich bedroht fühlen durch eine gefährdete Spezies, von der vermutlich insgesamt nur noch ca 100.000 Tiere leben, die jährlich weniger werden. Es stellt sich die Frage, ob es nicht möglich ist, dass Stadtverwaltung und Naturschutzorganisationen zusammenarbeiten zur Rettung der Tiere, wie es im Jahr 2003 in Melbourne geschehen ist, als eine Flughundkolonie von Grey-headed Flying-foxes vom Botanischen Garten aus an einen besser geeigneten Platz am Fluss umgesiedelt wurde.

Auch in Melbourne haben sich schon vor längerer Zeit Flughunde eingefunden. Dort gibt es laut der Australasian Bat Society eine Kolonie von bis zu 40.000 Grey-headed Flying-foxes, Graukopf-Flughunden (Pteropus poliocephalus). Offensichtlich ist es in Melbourne gelungen, sie mit Hilfe von Wildlife Organisationen umzusiedeln vom innerstädtischen Botanischen Garten, wo sie sich bis 2003 niedergelassen hatten, an einen besser geeigneten Ort im Vorort Kew, am Yarra River. Dort und in der nahegelegenen Hafenstadt Geelong, wo sich ebenfalls eine große Kolonie angesiedelt hat, wurden Baumpflanzungsprogramme gestartet, um für den Fortbestand der Flughund-Kolonien auch in der Zukunft ausreichend Bäume zur Verfügung zu stellen.

 

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