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Die Realität und die Täuschung der Medien ist eins der Themen. Das Phantom Bin Laden als Doppelexistenz und Fälschung. Der Einsturz der Zwillingstürme in NY. Widersprüchliche und unfreiwillig verräterische Dokumentationen. Schuld und Unschuldvermutung in Politik und Tod von Milosowicz. Medienanalyse und der Versuch politischer Positionierung im Weltgeschehen. Fotografieren kann man nur das Gegenüber. Und das Mittendrin. Wir sehen Fotoserien von Protest und Demonstration. Das machen allerdings auch die Bildjournalisten. Die andere Arbeit der Arbeiterfotografen? Es fehlen die Menschen von Nebenan. Die Erfurter, Hamburger. Kölner in ihrem Alltag, ihrer Lebensform und Not. Die klassische Arbeiterfotografie brachte die Arbeiter und ihre Familien ins Bild und in die Medien. Heute sind sie nicht mehr sichtbar und einige Wissenschaftler, auf die Medien fixiert, schließen daraus, dass es sie nicht mehr gibt. Nur das Fotografierte existiert. Geht doch nach Afrika. Da findet sie noch statt. Die engagierte Fotografie für die Rechte des Menschen und gegen Not und Hunger. Nur in der Zeitung, in der Statistik, nicht im Bild, lese ich noch gestern, das jedes 6. Kind in Deutschland unter der „Armutsgrenze“ lebt. Fotografie? Wo ist sie geblieben? Was ist die neue Bildsprache, die nicht mehr so oft das Elend in expressionistischer Bildform der dreißiger Jahre von der Straße auf den Filmbannen kann. Den Film gibt es auch nicht mehr in der digitalen Kamera. Welche neuen Bildformen sind zu entwickeln. Welche Vermittlungstechniken und Sammelformen bei schnell und immer wieder gelöschten Dokumenten? Das sind einige der Gedanken, die mir in Erfurt durch den Kopf zogen und die wir ansprachen. Untereinander. Noch nicht in offener Debatte.
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