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Hasya von Heyden
 
Kindfrau

Die hier abgebildeten Arbeiten sind aus den Serien "nicht Kind und nicht Frau" und "die Püppchen".
 
Es sind im weitesten Sinne Foto-Collagen, via Computer Grafik bearbeitet, auf Leinen gedruckt und auf Keilrahmen montiert. Es sind Einzelarbeiten.
 
 
Seit 1997 arbeite ich an der teils selbst auferlegten Rolle von Frau im christlich, westlichen Kulturkreis. Zu diesem Thema sind bisher folgende Reihen entstanden.
 
"Madonna Freiburgs" 1997-1998, "Madonnenarbeit" von 2001- 2006 , "Wer sind wir" 2005, die Serie "nicht Kind und nicht Frau" 2006 und die "Püppchen" in 2006.

Zu Beginn dieser Serien wurde bewusst das Madonnenbild , als zeitgültige Abbildung der Frau, in meine Arbeit mit einbezogen. An Hand verschiedener Antlitze aus der Renaissance überzeichne ich unter zu Hilfenahme des Computers und meiner eigenen Fotos die Rolle der Frau wie sie sich mir bis heute hin darstellt.
 
Es sind mit die alten Madonnenabbildungen, welche bis heute das Bild von Frau mit prägen. Die vorgezeichnete Rolle Frau in der kirchlichen Malerei, ihre holdselige Duldsamkeit, die Verleugnung der weiblichen Attribute und eine etwas tragische Rolle in der Gesellschaft sind Anregung zu meinen satirische Arbeiten.
 
Die Serie "nicht Kind und nicht Frau" verdeutlicht einen anderen Aspekt . Die "Kindfrau" ist Ausdruck von Schönheit und Anmut bis in die heutige Zeit . Bewusst wurde hier in Anknüpfung an das Tafelbild des Empire, die Dame Hermine von Ingres gewählt, welche eine Verniedlichung des Frauseins, ein altes Klischee bedient. Das Blumengesteck auf dem Kopfe verdeutlicht die Süße, der Sloughi transportiert edle Starre.

Die Frau, unantastbar, niedlich, mädchen- fast puppenhaft und nicht lebendig. Es ist die männliche Sicht auf das Wesen Frau welche ich hier bediene.
 
 
Frau versucht bis in die heutige Zeit, diesem traditionellen Bild von Frau und Mutter im weitesten Sinne immer noch zu entsprechen.
Ich beobachte mich, meine weiblichen Mitmenschen um mich herum.

Es gibt Ausnahmen aber für mich ist Frau, um es in kurze Worte zu fassen, von einer dem Grundgesetz entsprechenden Gleichstellung noch weit entfernt.
 
Hintergrund dieser Arbeiten ist die sich immer wieder stellende Frage, wer sind wir, als Frau, als Mutter und als Einzelwesen.
 
Welche Individualität lässt das Innehaben einer vorgezeichneten Rolle in der Gesellschaft zu und in wieweit sind wir bereit diese, unsere Klischees, die wir zum Teil unbewusst und freiwillig bedienen, genauer an zu sehen und an ihnen zu arbeiten . Wer bin ich und in wieweit übernehme ich Verantwortung für den Inhalt meines eigenen Lebens, ist die verborgene Frage.
 
 
Hasya von Heyden, Atelier: Adelhauserstrasse 14, 79098 Freiburg,
Tel:0761 2171424, web: www.von-heyden.de