Zum InhaltsverzeichnisVirtuelles Magazin 2000 

Klaus Nolte
 
free spirits
 
 
"free spirits", Holzschnitte auf Leporellos: ständig sammle und suche ich schöne Leporellos, lasse mir auch gerne von Freunden welche schicken. - Wenn ich sie bedrucke, sehe ich sie mir dabei immer auch genau an, lese sie und bewundere sie. Dabei lerne ich viel über die "Kultur-Landschaften" Berlins und anderer Städte, über Konzerte, multikulturelle Ereignisse, oder auch Theaterstücke mit klassischen oder avantgardistisch-provokativen Titeln und Inhalten.

Die Holzschnitte akzentuieren oder verfremden diese Faltblätter; mir gefällt es sehr, dass dabei kulturelle, ästhetische und auch verschiedene spirituelle Themen gleichermaßen berührt und visualisiert werden, auf eine leichte und selbstverständliche weise. - Die Motive meiner Holzschnitte sind verschiedenartig: meist aus dem spirituellen oder anthropologischen Bereich, Buddhas, Totem, Tiere.

"Totem", aus dem Nordamerikanischen, wird der Schutzgeist eines Menschen oder sein zweites Ich (alter ego ) genannt. - Dort herrscht unter den Indianern der Brauch, sich an einen einsamen Ort zurückzuziehen, zu fasten und auf einen Traum oder eine Vision zu warten, worin das Totemtier, seltener eine Pflanze oder eine Naturerscheinung, auftaucht. Mit diesem Totemtier besteht fortan eine intime Verbindung. Es darf nicht getötet oder verletzt werden und ist direkt mit dem Schicksal des Menschen verknüpft. Was ihm geschieht, geschieht auch dem Menschen. Künstlerisch wird es auf dem Totempfahl oder im Körperschmuck dargestellt. Das Totemtier wird nicht im biologischen Sinne aufgefasst, sondern im mythologischen. Die Erzählungen von den Totemtieren sollen die mythische Verbindung und den gemeinsamen Ursprung von Mensch und Tier veranschaulichen. - Darüberhinaus ist in vielen Kulturen der Vogel das Symbol für die Seele. - Die mythische Verbindung zum Tier ist bis heute ein Kennzeichen des Schamanismus, wo Tiergeister, neben den Ahnen wichtige Verbündete sind.