| - aus: Neue Westfälische, 29.9.2004
- Bielefeld. Im Bürgerpark dröhnt seit gestern Nachmittag der Rasentrimmer. Keine gewöhnliche Parkpflege- und -putzaktion ist da angelaufen, kein Routineschnitt zu erwarten. Der Künstler Ralf Witthaus legt in einem Geviert von 20 mal 40 Metern, also auf einer Fläche von 800 Quadratmetern im leicht hochschwingenden Gelände oberhalb des Sees eine Rasenzeichnung an.
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- Für den in Köln lebenden Künstler, geboren 1973 in Bad Oeynhausen, ist das Bielefelder Vorhaben eine Freiluft-Zeichnung nur von mittlerer Größe. Unlängst - wie berichtet - hat Witthaus in Münster vier seiner Rasenkunstwerke, zum Beispiel vor dem Schloss und der Oberfinanzdirektion, in mehrfach größeren Ausmaßen angelegt.
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- Anders als in Münster, wo Witthaus in geometrischen Mustern, also mit "parzelliertem Grün", arbeitete, richtet er sich in Bielefeld erstmals nach einem typografischen Motiv; er schneidet einen Satz aus der Erzählung des NW-Redakteurs Stefan Brams über die 1944 deportierte Jüdin Franziska Spiegel in den Rasen - genau genommen "den poetischsten Satz, den ich darin gefunden habe", sagt Witthaus, verraten will er ihn aber nicht.
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