| Jörg Boström Zur MoMA nach Berlin. Verbotene Bilder. Hier treffen sich Liebhaber. Auch der Kunst. Sie wickeln sich in langer Schlange um das Bauwerk von Mies van der Rohe. Stehen an bis zu vier Stunden. Die Bilder sind Klassiker der Moderne, die nun lange vorbei ist. Man staunt, dass man sie fast alle kennt. Man staunt, dass es sie wirklich gibt. Nicht nur als Druckvorlage. Einige hat man sich größer vorgestellt. Die weichen Uhren von Dali. Einige kleiner. Das Dorf und ich von Chagall. Man ist gepackt von der Frische, der Realität von Malerei. Wie gerade erst fertig gestellt. Noch duftend. Nach Stunden des Abschreitens und Vergleichens von Faktur und Textur, von Ton und Konstruktion juckt der Daumen. Unverschämt. Man möchte mehr tun als sehen. Fotografieren geht nicht. Formen nachfühlen. Linien ziehen. Skizzenbuch und Stift. Überall junge Frauen und Männer in bedruckten Shirts. Rot. Aufschrift MoMAniser. Nicht Womaniser. SudentInnen der Kunstwissenschaft. Sie helfen und raten wo sie können. Und gewünscht sind. | |