| Der Unraum ist so ein Präventivschlag für alle intellektuellen Kräfte, deren Werte schon lange jenseits von gegenwartsbezogenen Visionen und Ideen liegen. Die Galerie Anyway verfügt über 85m2 Raum. Der wird in viele kleine Räume zergliedert. Die dadurch entstehenden Zellen des kranken Geschwürs Unraum beinhalten Objekte von unbekannten bis weltberühmten Künstlern (z.B. Original-Werke von Karl Lagerfeld, Stephen Gans Visionaire, bis hin zu Beiträgen von Obdachlosen). Sie alle werden im Kontext der Raumkonzeption entwertet, im Präsentationsrhytmus zergliedert. So wie die Wahrnehmung der Realwelt nur noch fragmentarisch möglich ist, so wird auch der Besucher und seine Wahrnehmung zerstückelt. Je tiefer man in den Raum eindringt, umso mehr ist die Wahrnehmung desselben und der in ihm ausgestellten Objekte durch Folienschleier, Licht und Projektionen verzerrt, gestört, verfälscht und fragmentarisiert. Ein schräger und destruierter Boden verhindert zudem einen gemütlichen Gang durch den Unraum, zwingt den Betrachter zur Verrenkung, zum Balancieren. So sind die Menschen nur noch rudimentäre Unkörper, liegen als Ganzes oder in Stücken in unserem Unraum. Lediglich die unters Publikum gemischten und vorüber ziehenden Performancedarsteller drücken ein bizarres, ein krankes Hoffen aus. Es bleibt dem Betrachter überlassen, dies als lebensnotwendig oder als therapiebedürftig und wahnhaft zu interpretieren. | |